MvS-Stiftung
Hämel, Bäretswil (ZH)
Erwerbsjahr
2021
Fläche
7.1 ha
Höhe
750-850 m ü. M.
Parzellen-Nr.
2078, 2079, 2081
Nach einem rigorosen Holzschlag im Jahr 2014 konnte der Schutzwald „Hämel“ im Jahr 2021 durch die Stiftung übernommen werden. Der Standort nahe des bekannten und viel begangenen Guyer-Zeller-Weges, die Wasserversorgung dieses Waldes unterhalb der Dunkelwisweid und eine vielseitige Naturverjüngung, gefördert durch das zusätzliche Licht nach dem Holzschlag, sind erfreuliche Eigenschaften dieses schönen Waldes.
Die Naturverjüngung setzt sich heute aus diversen Laub- und Nadelbaumarten, darunter auch Lichtbaumarten (Baumarten mit hohem Lichtbedarf) zusammen. Ziel der klimabedachten Weiterentwicklung des Waldes ist die Gestaltung eines möglichst artenreichen Mischwaldes. Ohne eine aktive Steuerung besteht jedoch die Gefahr, dass sich die Buche als dominante Art durchsetzt und übrige Baumarten verdrängt. Auch die Brombeere breitet sich stark aus und setzt die Naturverjüngung gewünschter Baumarten unter Druck. Die Stiftung investiert daher jährlich in eine intensive Jungwuchspflege und setzt dabei gezielte Förderschwerpunkte, um die natürliche Verjüngung in die gewünschte Richtung zu lenken.
Hervorzuheben ist die bestehende Eibenpopulation, die ein charakteristisches Merkmal des Gebietes darstellt und den Bestand ökologisch aufwertet. Die Eibe ist ein typischer Begleitbaum, der gerne im Unterstand von lichten Mischwäldern gedeiht. Die Stiftung engagiert sich im Rahmen des kantonalen Eibenförderprogramms für den Schutz und die Förderung dieser seltenen Baumart, unter anderem durch die Pflege und den Schutz der natürlichen Eibenunterwüchse. Wo die Keimlinge dieser Schattenbaumart (Baumarten, die an schattige Standorte angepasst sind und als Jungpflanzen sehr wenig Licht für das Wachstum und Überleben unter dem schützenden Kronendach benötigen) sich zeigen, werden die dicht wachsenden Buchen etwas zurückgebunden.
Ein Förderziel ist weiter die Wiederherstellung der Lichtung mit bestehenden Birken im oberen Teil des Waldabschnittes. Damit wurde unmittelbar nach dem Erwerb des Waldes begonnen. Die Lichtung wird nun weiterhin gepflegt und offengehalten. Dazu werden insbesondere die Brombeere regelmässig zurückgeschnitten und alleinstehende Exemplare von Lichtbaumarten gefördert. Dafür wurden auch einzelne Pflanzungen von Atlas-Zedern, Waldföhren und Lärchen gemacht. Diese müssen stark geschützt werden, damit sie in ihren jungen Jahren nicht dem Verbiss durch die Wildpopulation zum Opfer fallen.
Wie auch in anderen Wäldern und Gebieten zeigt sich in Bäretswil eindrücklich, dass eine wachsende Wildpopulation zunehmend Herausforderungen mit sich bringt. Der Verbiss durch Wild gefährdet die Naturverjüngung und das Wachstum der jungen Bäume. Neu ist, dass neben Rehen und Gemsen nun auch Rothirsche auftreten, was höhere und stabilere Schutzmassnahmen erfordert, um die Jungpflanzen wirksam vor Verbiss zu schützen. Gleichzeitig sind damit neu auch Eiben durch „Schälen“ gefährdet. Rothirsche schälen die Rinde von Eiben, da die Rinde für das Wild eine besondere Attraktivität besitzt. Diese Schälschäden gefährden die seltenen Bestände. Bei ringförmiger Schälung von mehr als drei Viertel des Stamm-Umfangs sterben auch adulte Eiben ab. Auch hier werden Massnahmen nötig werden, um ein Miteinander zu ermöglichen.
Der Wald „Hämel“ bietet trotz seiner Schutzwald-Klassifikation und insbesondere nach dem starken Eingriff vor dem Erwerb einen guten Handlungsspielraum für eine aktive Waldentwicklung. Die Verjüngung schreitet insgesamt sehr gut voran. Die Stiftung begleitet diese Entwicklung langfristig mit gezielten Massnahmen, einer intensiven Pflege und einem wachen Blick auf den zunehmenden Wilddruck. So soll hier auf Dauer ein strukturreicher Mischwald entstehen.
Der Standort
Der Hämel befindet sich auf dem Boden der Gemeinde Bäretswil (ZH).
Mit dem Suchbegriff "Bäretswil 2078" erhält man den genauen Standort auf map.geo.admin.ch (Kartenausschnitt rechts).





