MvS-Stiftung
Lochliwald, Obersaxen Mundaun (GR)
Erwerbsjahr
2020
Fläche
9.5 ha
Höhe
950-1100 m ü. M.
Parzellen-Nr.
990
Als wir den Lochliwald im Jahr 2020 zum ersten Mal besuchten, wurde der Schutzwald von alten Fichten dominiert, die eine Naturverjüngung kaum aufkommen liessen. Bevor die Fichten durch das Klima geschwächt werden und absterben, wurde im Winter 2021/2022 mit lokalen Partnern auf rund zwei Dritteln der Fläche ein umfassender Waldumbau durchgeführt. Was auf den ersten Blick drastisch erscheint, bietet auch Chancen. Durch den Klimawandel verschieben sich die Höhenstufen der Vegetation zunehmend nach oben. Baumarten, die früher vor allem in tieferen Lagen vorkamen, finden heute auch in höheren Gebieten geeignete Bedingungen. Wo heute Nadelwälder stehen oder einst standen, werden künftig Laub- und Mischwälder wachsen. Damit der Wald seine wichtige Schutzfunktion auch in Zukunft erfüllen kann, werden daher nun auf kritischen Freiflächen gezielt klimaresistente Baumarten gefördert. Zwar dürfte sich der Wald langfristig auch ohne Eingriff den veränderten Klimabedingungen anpassen und wieder nachwachsen, aber nicht innert nützlicher Frist und mit den gewünschten Baumarten. Wenn wir bei einer offenen Fläche zuerst Jahrzehnte warten müssen bis langsam etwas wächst, und der Jungwuchs dann auch noch vom Wild gefressen wird, ist das alles andere als optimal, um das Dorf Tavanasa, die RhB, den Bahnhof und die Kantonsstrasse im Tal zu schützen.
Deshalb wurden auf den frei gewordenen Flächen Jungbäume wie Bergahorn, Kirsche, Linde, Traubeneiche, Vogelbeere und Weisstanne in Gruppen innerhalb von zehn Wildschutzzäunen gepflanzt. Im Gebirgswald mit starkem Wilddruck wachsen nur wenige Verbiss unempfindliche Baumarten, während die durch Zäune geschützten Flächen das Potenzial einer vitalen und vielfältigen Verjüngung eindrücklich aufzeigen. Ein zusätzlicher Kontrollzaun ohne Bepflanzung zeigt sowohl den zeitlichen Vorsprung, wie auch die Vielfalt der Verjüngung innerhalb des Zaunes.
Besonders gefreut hat die Stiftung die Mithilfe der Jägersektion Obersaxen bei der Erstellung der Wildschutzzäune im Lochliwald. Es hat sich einmal mehr gezeigt, wie zentral der gute Austausch mit der Jägerschaft ist. Neben der fachlichen Betreuung der Pflanzungen innerhalb der Wildschutzzäune ist auch die langjährige Pflege und Beobachtung der Naturverjüngung ausserhalb der Einzäunung von grosser Bedeutung. Dank der guten Betreuung von unseren Partnern vor Ort dürfen wir hoffen, dass sich ein bedeutender Teil der gekeimten Lärchen, Traubeneichen, Eschen und Fichten zu einem Schutzwald entwickeln können.
Der Standort
Der Lochliwald befindet sich oberhalb von Tavanasa auf dem Boden der Gemeinde Obersaxen-Mundaun (GR).
Mit dem Suchbegriff "Obersaxen Mundaun 990" erhält man den genauen Standort auf map.geo.admin.ch (Kartenausschnitt rechts).







